Artworks
Einzelanzeige Werk
Daniel Kälin / Michael Wymann
Urnenfriedhof
2001 · Skulptur
Bilder zum Werk in hoher Auflösung und beliebigem Format
Quadratische Bilder für Karussell in Detaildarstellung
Thumbnail für die Listendarstellung
Im Juni 2001 wurde im südlichen Teil des Friedhofs ein Platz eingeweiht, der einem vermehrten Bedürfnis für die Urnenbestattungen nachkam.
Die Anlage orientiert sich kreisförmig um eine zentrale, etwa zwei Meter hoch aufgerichtete Steinsäule. Auf deren südlichen Seite ist in Kreuzesform der Satz aus dem Johannesevangelium eingraviert: „Ich bin die Auferstehung und das Leben“ (Joh. 11.23). Die nördliche Seite der Stele zeigt in einem Kreis ein Kreuz (keltisches Flechtband-Kreuz) umgeben von vier spiralförmigen Elementen. Drei Farben sind am Stein zu erkennen. Die äussere Seite zeigt sich rostbraun, die polierte Fläche ist schwarz und die eingravierte Schrift erscheint grau. Ausgehend von diesem zentralen Stein führen Wege in die vier Himmelsrichtungen durch drei konzentrische Kreise. Entlang dieser Kreisformen sind die Grabsteine für die Verstorbenen angeordnet und werden so Teil eines Netzwerks, einer gemeinsamen Ordnung.
Charles Folly beschreibt als Mitglied der Friedhofkommission die Symbolik der Anlage wie folgt: „Das christliche Symbol des Kreuzes ist dabei wichtig. Die Wege, die kreuzförmig aus den vier Himmelsrichtungen zur Mitte hin führen, können als Sinnbild der verschiedenen Lebenswege der Verstorbenen gedeutet werden; die Kreise, im Sinne eines Lebens in wachsenden Kreisen. Auch stellen sie Verbindungen der vier Kreuzesarme dar. Der Stein in der Mitte steht für das Streben nach Höherem, aber auch für das Beschwerliche, Mühsame, Harte und Krumme, das jeden Lebensweg begleitet. Zweimal erscheint auch hier das Kreuz. Im Wort Christi als Wegweiser und Hoffnung auf ein ewiges Leben, im Flechtband als Zeichen eines Lebens, das Höhen und Tiefen erfahren hat, aber zur vollendeten Mitte führt. Beim ruhigen Betrachten des Urnenfriedhofes und beim Sinnen über das Leben der hier bestatteten Menschen offenbaren sich sicher auch andere Gedankengänge.“
Am äusseren Kreis markieren vier graue Stelen mit fensterartigen Scharten die Eckpunkte der Anlage. Die Steinsäulen wurden hiefür der Länge nach aufgetrennt. Die äusseren Seiten sind naturbelassen, die inneren wurden glatt poliert und mit einfachen Gravierungen versehen. Jeweils drei Linien in unterschiedlicher Ausformung, versinnbildlichen gemäss den Künstlern die vier Elemente: „Erde, Wasser, Luft und Feuer, aus denen Leben hervorgeht.“
Die Grabmalkünstler Kälin und Wymann wählten für ihre Arbeit als Werkmaterial einen Säulenbasalt. Das harte vulkanische Erstarrungsgestein findet sich in der Natur als unregelmässige, sechseckige Säule. (BF)
- Seit unseren frühesten Vorfahren bis heute kennzeichnen die Menschen in vielen Kulturen den Bestattungsort ihrer Angehörigen mit Grabsteinen. Nenne mögliche Gründe für dieses Ritual.
- Allgemein wird erwartet, dass man sich auf einer Begräbnisstätte respektvoll verhält. Diskutiere mit den Mitschülern, was das heissen mag und notiere mögliche Verhaltensregeln für diesen besinnlichen Ort.
- Künstler verwenden oft Sinnbilder, so genannte Symbole, für ihre Botschaft. Beschreibe, was ein Symbol ist.
- Die Grabmalkünstler Kälin und Wymann symbolisieren mit eingekerbten Linien auf den grauen Ecksäulen des Urnenfriedhofs die vier Elemente. Nenne die vier Elemente. Welches Zeichen gehört zu welchem Element? Findest du die Zeichen verständlich; wie würdest du sie zeichnen?
- Wofür stehen die Fenster, die in die vier Steine eingeschnitten wurden?
- Zeichne die Urnengrabanlage aus der Vogelsicht. Was könnten die Kreise und die Wege in die vier Himmelsrichtungen bedeuten?
- Auch auf anderen Grabsteinen findest du verschiedenartige Zeichen, Sinnbilder für das Leben und den Tod. Suche im Friedhof nach solchen Symbolen. Erstelle skizzierend eine Sammlung.
- Welche Zeichen würdest du verwenden, um „Leben“ und „Tod“ zu versinnbildlichen?
- Suche nach Begriffen aus deinem Lebensalltag und entwerfe dazu passende Zeichen: Zum Beispiel für dein liebstes Hobby oder dein wichtigstes Charaktermerkmal.
- Quellenhinweise
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- Folly, Charles (2001), Urnenfriedhof, Mitteilungsblatt der Gemeinde (Juni), Alterswil
- Säulenbasalt Basalt entsteht bei der Aufschmelzung des Erdmantels, dünnflüssiges, SiO2-armes Magma erkaltet an der Erdoberfläche oder im Ozean beim Austritt relativ schnell zu Basaltlava. Die Magmen haben bei ihrem Austritt in der Regel Temperaturen zwischen 900 °C und 1200 °C abhängig von ihrem Chemismus. Das Magma ist dabei in der Regel nicht zu 100 % flüssig, es befinden sich häufig auch Einschlüsse (Xenocryst) von Mineralen oder ganzen Gesteinen (Xenolith) mit einem höheren Schmelzpunkt darin, die beim Aufstieg mitgerissen wurden. Basalt ist, betrachtet man sowohl die Festländer als auch den Grund der Meere, das Gestein mit der größten Verbreitung. Basalt ist für gewöhnlich dunkelgrau bis schwarz. Er besteht zum größten Teil aus einer feinkörnigen Grundmasse. Gröbere, mit bloßem Auge zu erkennende Einsprenglinge sind relativ selten, können aber bei einigen Basaltvarietäten häufiger vorkommen. Erscheinungsbild: Die Erscheinungsform erkalteter basaltischer Lava ist hauptsächlich von zwei Faktoren abhängig. Eruptierte Lava kühlt recht schnell aus zu einem zusammenhängenden Gesteinsgefüge, das je nach Temperatur und Gasgehalt als Pāhoehoe-Lava oder als Aa-Lava erstarrt. Findet die Abkühlung jedoch verzögert statt, entstehen durch das Zusammenziehen nicht selten meterlange eckige Basaltsäulen (Säulenbasalt), die sich senkrecht zur Abkühlungsfläche bilden, bevorzugt mit einer hexagonalen (sechseckigen) Geometrie. Eine eher selten auftretende Erscheinungsform des Basaltes ist der Kugelbasalt, die man bevorzugt an Rändern von Basaltlagerstätten findet. Verwendung: Basalte werden für Massivbauten, Boden- und Treppenbeläge, Fassadenplatten, Grab- und Denkmäler und in der Steinbildhauerei verwendet. Darüber hinaus findet Basalt als Baustoff aufgrund seines druck- und verschleißfesten, schwer zu bearbeitenden, aber nicht zu spröden Charakters hauptsächlich für den Unterbau von Straßen und Bahngleisen Verwendung. Bis in die Jahre 1950/1960 wurde es als Mosaik-, Klein- und Großpflaster im Wege- und Straßenbau verarbeitet. Bis heute wird es im Garten- und Landschaftsbau als Pflaster (neu/gebraucht) immer wieder gern verwendet, durch Abrieb wird aber die Oberfläche glatt und bei Nässe rutschig. (Wikipedia 2016)