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Peissard Freddy

Pecunia

1997, Plastik

Peissard Fredy

Beschreibung

»Fredy Peissard nennt die Zeitplastik, die er für die Filiale der Kantonalbank in Tafers geschaffen hat, „Pecunia“. Pecunia ist der lateinische Ausdruck für Geld. Das Wort pecunia seinerseits stammt aus dem Wort pecus, das Vieh bedeutet. Vieh war neben Getreide offensichtlich eines der ersten Zahlungsmittel. (...)
Fredy Peissard geht in „Pecunia“ drei Hauptfragen nach: „Weshalb haben wir Geld?“, „Woher haben wir Geld?“, und „Wohin geht das Geld?“. An der Zeitplastik können klar drei Teile unterschieden werden, die aber ineinander überlaufen.
„Wenn eine Gesellschaft mehr produziert, als sie braucht, kommt sie zu Geld“, erklärt der Künstler die Frage nach dem „Weshalb?“ und präzisiert: „Geld ist zum voraus geleistete Arbeit.“ Diesen Aspekt des Geldes zeigt er mit einer sich ständig drehenden Scheibe auf. Die Scheibe besteht aus zwei verleimten Glasplatten. Zwischen den Glasplatten fliesst in einer Flüssigkeit Goldstaub. Am Scheibenrand sind vier Kornähren (Symbol der Arbeit und des Geldes) befestigt. Die Flüssigkeit mit dem Goldstaub staut sich in ihrem Kreislauf an immer höher werdenden Ähren auf (der Gold- beziehungsweise Geldberg wächst). Bei der grössten Ähre angekommen, fliesst der Goldberg wieder ins Niveau. „Gold kann man nie zu einem Berg anhäufen. Es kommt immer wieder jemand, der es neu verteilt“, betont Fredy Peissard zu den Vorgängen in der Drehscheibe. „Geld kann auch keine Sicherheit geben“, erklärt er weiter und: „Sicherheit gibt es nur in einer gut funktionierenden Gesellschaft. Die Gesellschaft muss darum besorgt sein, dass es allen Mitgliedern gut geht, sonst bricht auf einmal das Chaos aus. So gesehen müssen wir daran interessiert sein, dass wir ein stabiles Bankenwesen haben“. Er ist auch überzeugt, dass Geld den Menschen nicht verdirbt. „Es macht bloss transparent, wie ein Mensch wirklich ist."

Standort

Adresse:
Schwarzseestrasse 4
1712 Tafers
Umfeld des Werkes: Eingangsbereich der FKB Tafers
Zugänglichkeit:
Bedachung: vorhanden
Vegetation: -
Verkehrsbelastung: -

Studium

  • Der Künstler Peissard macht sich in seinem Werk unter anderem Gedanken zum Ursprung der Zahlungsmittel. Erforsche selber die Geschichte des Geldes. Wo tauchen die ersten Münzen, wo die ersten Banknoten auf? Was bedeutet der Ausdruck: "Ich bezahle mit Plastikgeld". Warum haben die Menschen das Geld erfunden?
  • Betrachte das Werk Peissards. Welche Elemente verweisen auf die Thematik Geld? Lass dir die Funktionsweise und die Symbolik der Zeitplastik erläutern (siehe Text A. Jungo).
  • Ziffern, Zahlen und Währungssymbole prägen den Berufsalltag im Bankgeschäft. Verwende diese Zeichen für die Gestaltung einer bunten Komposition im Stil der Popart.
  • Zeichnungen von Kindern und Jugendlichen wurden bereits mehrfach für die Gestaltung von Briefmarken verwendet. Entwerfe in vergleichbarer Art eine neue Serie von Banknoten, in der nicht graue Persönlichkeiten die Stimmung prägen, sondern freche Farbigkeit vorherrscht.
  • Wie wird eine Münze hergestellt? Erforsche die Fabrikationsweise / gestalte ein passendes Motiv / realisiere eine Gussform / giesse die Münze mit Zinn. Gestalte und realisiere einen modernen Anhänger für eine Halskette.

Quellen

  • Jungo, Anton (1997), Zeitplastik von Fredy Peissard, „Geld verdirbt den Menschen nicht. Es macht transparent, wie er wirklich ist“, Freiburger Nachrichten, 25. Juni
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