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Robert Paul-Théophile

Kreuzweg

1933, Malerei

Paul-Théophile Robert

Beschreibung

Der Kreuzweg hat in der christlichen Ikonografie eine lange Tradition. Seit der Zeit um 1600 ist er Teil der Ausstattung von katholischen Kirchen und diente damals den meist leseunkundigen Kirchenbesuchern zur biblischen Belehrung und spirituellen Besinnung. Er zeigt in 14 Stationen den Leidensweg von Jesus, von der Verurteilung durch Pontius Pilatus, bis zur Kreuzigung und Grablegung. Der Kreuzweg in der Kirche dient der persönlichen Meditation und steht auch im Zusammenhang mit Andachtsritualen (Kreuzwegandacht, Rosenkranzgebet), in denen des qualvollen Leidens und Sterbens von Christus gedacht wird.
Die ersten sieben Stationen des Kreuzweges sind an der Nordseite der Kirche angebracht. Den Anfang bildet die Tafel vorne links mit der Darstellung von Christus, zusammen mit dem römischen Statthalter Pilatus. Die beiden Abbildungen oben zeigen die Stationenen 8 (Jesus begegnet den weinenden Frauen) und 9 (Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz), die die Fortsetzung der Leidensgeschichte auf der Südwand hinten rechts in der Kirche präsentieren. Den Abschluss bildet vorne rechts die Grablegung.Die Malereien zeichnen sich durch eine klare kompositorische Gestaltung aus. Eindrücklich vermitteln die dargestellten Figuren durch ihre Körperhaltung und Gestik das Leiden, den Schmerz und die Trauer.
Den Bildzyklus in Wünnewil schuf der Künstler Paul-Théophile Robert. Er stammte aus einer neuenburgischen Malerfamilie. Robert weilte unter anderem längere Zeit zu Studienzwecken in Paris und verbuchte vor allem zu Beginn der 1920er-Jahre mit seinen Arbeiten einen beachtlichen internationalen Erfolg. Im Zuge der weltweiten Wirtschaftskrise kehrte Robert in die Schweiz zurück und wendete sich ab 1930 vermehrt der religiösen Kunst zu. Seine neoklassizistische Malweise verkörperte für kirchliche Würdenträger, wie dem damaligen Bischof Marius Besson, eine für den Kirchenraum akzeptable Modernität. In mehreren Kirchen der Schweiz realisierte Robert den zum Teil monumentalen künstlerischen Schmuck. (BF)

Material

Standort

Adresse:
Kirchplatz
3184 Wünnewil
Umfeld des Werkes:
Zugänglichkeit:
Bedachung: ja
Vegetation: keine
Verkehrsbelastung: keine

Studium

  • In der Karwoche vor Ostern gedenkt die christliche Glaubensgemeinschaft alljährlich an das Leiden und Sterben von Jesus vor mehr als 2000 Jahren.
  • Betrachte die Bildfolge in der Kirche. Welche Leiden musste Christus vor seinem Tod erdulden?
  • Inwiefern werden körperliche Schmerzen und Qualen aber auch seelisches Leiden in den Bildern ausgedrückt?
  • Wo begegnen wir heute Darstellungen von Gewalt? Was lösen diese Bilder bei dir für Gefühle aus?
  • Folter und Todesstrafe – eine, seit langem abgeschaffte Barbarei? Thematisiere die, immer noch aktuelle Problematik. Studiere neueste Berichte von Amnesty International.
  • Der Künstler Robert äusserte sich mit den Stilmitteln des frühen 20. Jahrhunderts. Gestalte ein Anti-Folter-Plakat oder ein Bild zum Thema „Frieden“ mit zeitgemässen bildnerischen Mitteln. Verwende dazu eventuell den Computer; achte auf gute Integration von Schrift und Bild.

    Zum Thema "Kreuzweg" vergleiche die Beiträge:
    > St. Antoni / Kreuzweg / Butzon und Bercker
    > Tafers / Kreuzweg / Jordan

Quellen

  • Pascal Ruedin, Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft, Sikart Lexikon und Datenbank / Robert, Paul-Théophile, 1998 http://www.sikart.ch/KuenstlerInnen.aspx?id=4000074 (22.07.2011)
pARTicip App: Kreuzweg